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KW 30/22

Getreideernte 2022/23 - deutlich weniger als im Vorjahr

Glaubt man der Julischätzung des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium), so steht 2022/23 weltweit mit 2.249 Mio.t eine um knapp 35 Mio.t kleinere Getreideernte an als im Vorjahr. Die Bestände würden damit auf 605 Mio.t zurückfallen. Gründe für dieses Ergebnis sind vor allem die kleinere Ernte am Schwarzen Meer. Aber auch die europäische Ernte soll aufgrund der Trockenheit mit 284 Mio.t um knapp 10 Mio.t schwächer ausfallen als 2021. Am Schwarzen Meer, so die Schätzer, geht man für Russland von einer Ernte von 122 Mio.t aus. Das läge sogar über dem Vorjahr (114 Mio.t). In der Ukraine allerdings wird lediglich mit 51 Mio.t (Vorjahr: 87 Mio.t) gerechnet. Hauptgrund dafür ist eine durch den Krieg bedingte Einschränkung der Anbaufläche um 25% auf 12 Mio.ha. Hinzu kommt, dass auch die Schwarzmeerregion von Trockenheit betroffen ist. Man geht davon aus, dass dort die Erträge um 10% schwächer ausfallen als 2021. 

Blickt man auf die einzelnen Kulturen lässt sich folgendes feststellen. Die Welt-Weizenbilanz soll nach Angaben des USDA mit nur 772 Mio.t Erntemenge und einem Bestandsabbau um gut 13 Mio.t besonders schwach ausfallen. Anders die Mais- und Gerstenbilanzen. Bei Mais erwartet man mit 1.186 Mio.t zwar eine kleinere Ernte als im Vorjahr (1.218), im Summe aber dennoch eine ausgeglichene Bilanz. Auch Gerste wird es mit 146 Mio.t (Vorjahr: 145) vergleichsweise wenig geben, dennoch soll auch diese Bilanz ausgeglichen sein.

Weitgehend unbeeindruckt von den fundamentalen Daten entwickeln sich die Getreidekurse, insbesondere die Weizenkurse, zur Ernte deutlich nach unten. Septemberweizen in Chicago verlor in den zurückliegenden 8 Wochen rund 40% und notiert aktuell knapp unter 800 US-Cent pro Buschel. Ende Mai waren es noch 1.280. Septemberweizen an der Euronext (ehem. MATIF) in Paris verlor im gleichen Zeitraum gut 25% und notiert aktuell um 330 €/t. Ende Mai waren es 440. Der schwächere Preisrückgang in Europa ist v.a. dem schwächeren Euro geschuldet. Ende Mai stand dieser noch bei 1,08 US-$ pro Euro, aktuell sind es nur noch 1,02. Zusätzlichen Druck auf die Preise übt aber auch die Nachricht aus, dass die Kriegsparteien am Schwarzen Meer sich darauf verständigen könnten, dass Getreide aus der Ukraine und Russland einen Weg auf den Weltmarkt finden kann. 

© Schmidt, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de

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